Jakobspilger Steiermark
Jakobspilger Steiermark

 Wieso gehe ich den Jakobsweg?

 

Bis 2008 hatte ich keine Ahnung vom Pilgern im allgemeinen.

Ich kannte weder Santiago de Compostela noch den Jakobsweg.

Irgendwann um diese Zeit teilte mein Schwiegervater Josef der Familie mit, dass er den Jakobsweg machen werde. Erstaunt fragte ich nach Einzelheiten, ungläubig dachte ich mir: "Der Sepp will 800 km zu Fuß gehen, dass will ich nicht mal mit dem Auto fahren".

Ps: Mit dem Auto halte ich es heute noch so!

Ich konnte nicht glauben, dass man diese Strecke zu Fuß gehen kann.

Als Sepp seinen ersten Jakobsweg gut und glücklich beendete, war ich bereits hin und weg!!!

Ich wollte auch gehen,aber wie? Zuerst fragte ich meine Frau Gudrun ob es für Sie ok wäre, wenn ich auch nach Santiago pilgere. Zuerst nahm Sie mich nicht ernst, bis ich in der Arbeit um unbezahlten Urlaub anfragte und diesen auch bekommen habe. Übrigens, ohne die Hilfe von Gudrun die zu Hause alles erledigte, hätte ich gar nicht gehen können,Danke Gudrun!!!!

Ich suchte nach einem Weg der zu mir passt: Die Via de la Plata sollte es werden.

Sepp war bereit mit mir zu gehen, für den Start suchten wir uns den Mai aus.

Bis zu diesen Zeitpunkt wusste ich nicht, wieso gehe ich überhaupt? Ich hätte keinen richtigen Grund nennen können. Erst am dritten Tag meiner Pilgerschaft wusste ich: Aus religiösen Gründen.

Ich fand zu meinem Glauben zurück, ich hatte wieder Freude an der Kirche.

Seitdem ist jedes Weitwandern vom Grund her religiös, egal ob das 2011 mit meinem Sohn Michael war oder 2012 mit meinen Freunden. Jeder Weg hatte seine Eigenheiten. Aber die Ankunft war immer gleich: Überwältigend!!!

Die Pilgermesse ist für mich ein zentraler Punkt meines Weges und jedes mal sehr emotionell.

Ich möchte keinen bekehren, werde aber jeden den Grund nennen wieso ich gehe.

 

Das schöne für mich am Jakobsweg ist die Reduzierung auf das Wesentliche- essen-gehen-schlafen. Und da es in Spanien ist, ist es für mich trotzdem wie Urlaub, einlassen auf ein fremdes Land.

Beim ersten Mal als ich nach Hause kam dachte ich mir so, Jakobsweg erledigt und gut.

Nach drei Wochen war ich bereits in der Buchhandlung für meinen zweiten Jakobsweg.

 

Buen Camino

Euer Thomas

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